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Fallbeispiele

Nackenbeschwerden nach dem Grappling

Das Ziel war, wieder Vertrauen in den eigenen Körper aufzubauen und langfristig sowohl Krafttraining als auch Grappling ohne ständige Angst vor der nächsten Episode ausüben zu können.

Elsa Durieux
Nackenbeschwerden nach dem Grappling

Laura trainiert Kraftsport und hat früher regelmäßig Grappling gemacht. Nach einer intensiven Einheit entwickelte sie starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Nackenverspannungen. Im Krankenhaus wurden ernsthafte strukturelle Verletzungen ausgeschlossen. Die Beschwerden besserten sich zunächst, traten im Laufe des folgenden Jahres aber mehrfach nach dem Grappling erneut auf. Besonders Belastungen, bei denen viel Kraft über Kopf und Nacken übertragen wurde, führten anschließend teilweise für mehrere Tage zu Verspannungen und eingeschränkter Beweglichkeit. Aus Angst vor einer erneuten Verletzung pausierte Laura schließlich das Grappling und später auch das Krafttraining.

Was zeigte die Untersuchung?

Ihr Nacken war insgesamt sehr beweglich. Gleichzeitig war die Beweglichkeit der Brustwirbelsäule eingeschränkt und einige Bewegungen der Schultern waren schmerzhaft. Bei Übungen für den Schultergürtel fiel außerdem auf, dass es Laura schwerfiel, Nacken, Schulter und Rumpf gleichzeitig stabil zu halten. Teilweise übernahm der Nacken Bewegungen, die besser über Brustwirbelsäule, Schultergürtel und Rumpf verteilt werden sollten. Die grundsätzliche Schulterkraft war dagegen größtenteils gut.

Unser Ansatz

Ziel war nicht, den Nacken möglichst steif zu machen, sondern Belastung wieder besser über den gesamten Oberkörper verteilen zu können. Dafür integrierten wir kurze Übungen für Rumpfspannung, Brustwirbelsäulenbeweglichkeit sowie Schulter und Nackenkraft direkt in ihr bestehendes Krafttraining. Zusätzlich bekam Laura Strategien, um starke Muskelspannung nach dem Training selbst wieder herunterzufahren, zum Beispiel durch aktive Entspannung, sanfte Bewegung und Selbstmassage. Für den Wiedereinstieg ins Grappling galt zunächst: kontrollierte Partner wählen, starke Belastungen des Nackens vermeiden und die Trainingsintensität Schritt für Schritt steigern. Das Ziel war, wieder Vertrauen in den eigenen Körper aufzubauen und langfristig sowohl Krafttraining als auch Grappling ohne ständige Angst vor der nächsten Episode ausüben zu können. Hinweis: Dieses Fallbeispiel wurde anonymisiert. Der Name wurde geändert und einzelne Details leicht angepasst. Die beschriebenen Beschwerden wurden zuvor medizinisch abgeklärt.

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